Louis XIV

Ich bin Louis, der Vierzehnte dieses  Namens, Roy de France et de Navarre. Damit bin ich ausreichend beschrieben, zumindest für die Außenwelt. Viele haben meinen Weg begleitet, geredet, geschrieben, über den, der über viele Jahrzehnte König von Frankreich war.

Doch schrieben sie die Wahrheit? Niemand sieht die Welt mehr in ihrer Verderbtheit als diejenigen, die sie führen müssen. Ich habe dies alles angesehen. Macht. Glanz. Prunk. Dreck. Eitelkeit. Schein. Macht ist kein Geschenk, Macht ist eine Bürde, eine schreckliche. Um wie viel leichter ist es, zu gehorchen, als zu entscheiden, was man denen vorgibt, die gehorchen sollen.

Den Interessen des Staates gebührt stets der Vorrang. Danach habe ich gehandelt. Ich bin nicht nur König, ich bin auch Schauspieler, Schauspieler auf der großen Bühne mit dem Namen Versailles.  Ihr schriebt, was ihr  glaubtet zu sehen. Ihr schriebt, was Euch der äußere Schein bot. Naiv! Der Mensch ist fast schon rührend in seiner Naivität.

Und nun bereue ich, trauere ich. Ich hatte so viel mehr Glück als viele ihres Standes. Diese vielen Jahrzehnte ertrug ich nur, weil mir nicht nur die größte Macht, sondern auch die größte Liebe zuteil wurde. Louise, Licht, das die Nacht erhellt und meine Tage zum Leuchten bringt, was wäre ich ohne dich? Nichts. Es gibt der Worte viele, und keine werden der Liebe gerecht, die ich für dich trage.

Und doch habe ich diese Liebe für meine Verdienste hingegeben. Ich selbst reichte die Hand, tat nicht genug zu deinem Schutz, rief nicht genügend laut in die Welt, wer du wirklich bist. Meine Frau. Mutter meiner Kinder. Meine Königin. Man hat sie mir nie nehmen können: die Liebe für diejenige, die ich immer liebte, immer liebe und immer lieben werde.
Denn nun ist es an der Zeit, dass die Wahrheit ihren Weg unter die Sonne findet. Nun ist es Zeit, zu erzählen, was in Versailles wirklich geschah. Man glaubt, man kenne mich? Gelächter. Ihr kennt mich vielleicht, wenn Ihr gelesen habt.

Ich bin Louis, der Vierzehnte seines Namens, Roy de France et de Navarre, durch Ehe Gatte von Louise, vormals de La Vallière, nun Königin Louise,  Reyne de France et de Navarre. Ich bin der Vater ihrer Kinder. Ich bin ihr Mann. Das soll die Welt wissen.

Was ist mein Begehr, nach all den Jahrhunderten, hat man mich gefragt. Nein, es ist nicht Rache, die mich treibt. Es ist Gerechtigkeit, Gerechtigkeit für sie, für unsere wahre Geschichte. Die meine und die meiner Gattin, die mich zu ihrem Ehemann nahm und mich damit zum glücklichsten Mann unter der Sonne machte.

2 réflexions à propos de “ Louis XIV ”

Laisser un commentaire

Entrez vos coordonnées ci-dessous ou cliquez sur une icône pour vous connecter:

Logo WordPress.com

Vous commentez à l'aide de votre compte WordPress.com. Déconnexion /  Changer )

Photo Google+

Vous commentez à l'aide de votre compte Google+. Déconnexion /  Changer )

Image Twitter

Vous commentez à l'aide de votre compte Twitter. Déconnexion /  Changer )

Photo Facebook

Vous commentez à l'aide de votre compte Facebook. Déconnexion /  Changer )

w

Connexion à %s